
Dies ist der 1998 notdürftig gesicherte Turm im Winter 2002/2003. Das hölzerne Schindeldach war so schadhaft, daß das Gebälk des Turmes bei jedem stärkeren Regen durchnäßt wurde.
Dieser Typ von Kirchturm, der in Norddeutschland nur noch selten zu sehen ist, ist hier in Tribohm besonders unverfälscht erhalten und in seiner Substanz noch zu erkennen.
Es ist nicht zu akzeptieren, daß ein solches Baudenkmal, nachdem es viele Kriege und "arme" Zeiten überstanden hat, ausgerechnet heute verfallen soll.

Die Nordwestecke der Kirche zeigt, daß der ganze Westgiebel abkippen will; größere Teile der Wand im Rißbereich sind in Auflösung. Der Schaden ist nicht neu, wie die Flickarbeiten und die ebenfalls schon ehrwürdige Stützmauer ("Angstpfeiler") zeigen.
Das hier sichtbare Dach noch mit Betonziegeln ist im Winter 2001/2002 mit leichteren Tonziegeln gedeckt worden, das man im linken Bild sieht.

Dies ist die andere, südliche Ecke.
Aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges (ca. 1625) wird über diesen Westgiebel (der ja im Bild durch den Turm und die Stützmauer fast völlig verdeckt ist) berichtet, daß er einzustürzen drohe. Damals wurde die Kirche von den kaiserlichen Truppen Wallensteins als Magazin genutzt. Altar, Kanzel, Chor und Kirchengestühl wurden zerstört, auch eine der Glocken, schließlich fiel auch das Dach teilweise ein.
Der aufmerksame Laie in Baufragen fragt sich, was die ausgerechnet im Riß sitzenden Anker wohl bewirken (sollen).
Der Riss markiert etwa die Stärke der Giebelwand und belegt, daß diese eine gewisse Kippneigung besitzt. Die Reparatur kann sich hier nicht darauf beschränken, von außen die Fugen zu vermörteln.

Wie man dank ausführlicher Untersuchungen von 1998 weiß, ist der Bestand der Mauern akut gefährdet. Sie bestehen aus der sichtbaren Außenschale und einer Innenschale, verbunden durch vermörtelte Sammelsteine. Der Mörtel ist weitgehend zerfallen, erhebliche Reste von Wurzelwerk im Inneren der Wände beweisen, daß die Mauern über längere Zeit ohne das schützende Dach dem Wetter ausgesetzt waren. Dies wird wahrscheinlich nach den Zerstörungen des Nordischen Krieges, zwischen etwa 1712 und dem Wiederaufbau 1745 der Fall gewesen sein. Auch äußerlich ist dieses Problem zu erkennen, wie diese Fensterlaibung zeigt.

Auch dieses Problem kann nicht ganz neu sein, an der nebenstehenden Laibung erkennt man sogar historische Flickarbeit (mit eingezogenen Ziegeln), die auch nicht auf Dauer erfolgreich war.

Das schwere Dach hat infolge schon älterer Schäden im Dachstuhl seine Schubkräfte auf die Außenschale gelenkt. Über dem Zuganker erkennt man herausgeschobenes Mauerwerk der Außenschale. Durch die Sanierung des Dachstuhles sollte dieser Prozeß gestoppt sein. Das Mauerwerk des Schiffes konnte allerdings noch nicht saniert werden.

So wirken massive Mauerschäden, hier im Chor, sich innen aus. Die eindringende Feuchtigkeit zerstört kontinuierlich den Verbund in der Wand, der bei Feldsteinmauerwerk ohnehin problematisch ist. Diese spezielle Ecke befindet sich auf gutem Wege. Die Choraußenwand ist inzwischen vermörtelt und das Mauerwerk kann nun austrocknen, was einige Zeit dauern wird.
Die hohe Luftfeuchtigkeit in der nicht heizbaren Kirche zerstört auf Dauer alles hölzerne Inventar, die Orgel, die mittelalterliche und die sichtbare Wandbemalung.
Das schön gerade Installationsrohr bildet zwar einen reizvollen Kontrast zum Riß, es ist aber so entbehrlich wie der Riß, wenn auch leichter zu beseitigen.

Das in der Südwand gelegene spätgotische Fenster von innen. Das Grüne gehört nicht zur originalen Bemalung!
Die Kirche ist zuletzt 1885 malerisch gestaltet worden. Unter diesem Wandschmuck finden sich umfangreiche Reste mittelalterlicher Ausmalungen. Mehr dazu verrät das 2002 erstellte Gutachten zur Innengestaltung.
Die Figuren gehören zum Patronatsgestühl.